Eric Wrede – THE END

Das Buch vom Tod

Ups – wer beschäftigt sich schon mit dem Tod? Genau, ein Bestatter und was für einer.

Eric Wrede wurde in Rostock geboren, machte Abitur studierte Germanistik und Geschichte und machte was viele junge Menschen eben machen: sie beschäftigen sich mit Musik. In seinem Werdegang wird unter anderem beschrieben, dass er sich die Nächte als Schallplattenunterhalter um die Ohren gehauen hätte. Schallplattenunterhalter? Heute würde jeder ihn als DJ bezeichnen und als solcher tauchte er immer weiter in die Musikszene Berlins ein und wurde schließlich Musikmanager bei Motor Music. Mit Anfang dreißig stellte er sich die SINN Frage und erstellte eine Liste. Fragen wie „Was will ich / was brauch ich …“ und am Ende dieser „Fragestunde“ stand unter anderem als Antwort  „Ich will mich um Menschen kümmern“. Während einer Autofahrt hörte er im Radio ein Interview mit Fritz Roth, einem Vorreiter der alternativen Bestattungsszene in Deutschland.

Das war der Beginn von Eric Wrede als Bestatter.

In diesem Buch beschreibt er seine Vorstellung von einem würdigen Ende und dass die zurückbleibenden ein Recht darauf haben sich in aller Ruhe von ihren Lieben zu verabschieden. Dass sie den geliebten Menschen noch mal sehen können. Dass sie Oma oder Opa noch mal streicheln – was sie vielleicht schon lange nicht mehr getan haben. Dass sie Zeit haben all das noch zu sagen was sie schon immer sagen wollten aber jedes mal etwas dazwischen gekommen ist. In verschiedenen Interviews versucht er auch der Frage nachzugehen wie es den Lebenden vor während und nach einer Bestattung erging. Aufklärung und Information sind Eric Wrede besonders wichtig und so besucht er Schulklassen um mit den Schülerinnen und Schülern aber auch mit den Lehrerinnen und Lehrern über den Tod zu sprechen. Aber auch für die Kleinsten ist die Tür von „Lebensnah“ immer offen. So besuchten ihn schon Kindergartengruppen in seinem Bestattungsinstitut. Was wohl aber am wichtigsten zu sein scheint ist, dass den Zurückbleibenden bewusst wird, dass der Tod endgültig ist und es nichts gibt was diese Tatsache rückgängig machen könnte. Eben – THE END.

Der Untertitel dieses Werkes ist „Das Buch vom Tod“. Ich jedoch habe beim Lesen an das Leben gedacht. Denn ist der Tod nicht nur ein Kapitel im Buch des Lebens? 

Ich wünsche mir einen Bestatter wie Eric Wrede wenn es eines Tages so weit ist, dass der letzten Satz in meinem Lebensbuch gelesen ist.

1 Gedanke zu „Eric Wrede – THE END

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